Haltung von tropischen Tausendfüßern

(Diplopoda: Juliformia: Spirostreptida/Spirobolida)

Der folgende Haltungsbericht beruht auf meine eigenen Erfahrung in der Haltung und Zucht von tropischen Tausendfüßern und ist ausschließlich auf die von mir gehaltenen Arten zugeschnitten.
Die von mir gehaltenen Arten haben alle sehr ähnliche Bedürfnisse und können somit problemlos in Gemeinschaftsterrarien gehalten werden.

Das Terrarium

Als Aufzuchtbecken eignen sich kleine Spinnenwürfel oder Faunaboxen mit den Maßen 30X30X30 bzw. 20 cm, LxBxH.
Das Endterrarium hingegen sollte schon eine Mindestgröße von 50X40X40 cm LXBXH aufweisen. Je größer, desto besser. Meine Tiere leben in einem 60x40x60 und einem 40x60x40 Terrarium. Wobei ich das hohe Terrarium für an Bäumen und Büschen lebende Arten nutze wie z.B. Centrobolus spec. Mosambik.
Das wichtigste ist eine Höhe von mindestens 10cm Bodensubstrat da die Tiere sich zum häuten eingraben und sich auch durch die Erde fressen. Das Substrat sollte am besten aus einem Gemisch bestehen, welches sich zusammensetzt aus Walderde, Sand, Laub und Humus. Dieses Substratgemisch versetzt man mit Kalk wie zerriebene Sepiaschale oder Eierschalen. Der Kalk ist lebenswichtig für die Füßer zum Panzeraufbau! Der Boden sollte immer feucht aber nicht nass sein.
Eine geeignete Belüftung darf nicht fehlen um Staunässe zu vermeiden.
Das Terrarium sollte immer vorne und oben Belüftungen vorweisen oder aber oben ganz offen sein. Dann muss das Becken aber gut mit engmaschigem Draht verschlossen sein, welcher aus Aluminium bestehen muss, denn Kunststoffe werden problemlos von den guten Kletterern zerfressen.

Terrarium Diplopoda 1 Terrarium Diplopoda 2 Terrarium Diplopoda 3

Die Einrichtung

Als Einrichtung sollte man sich an den natürlichen Wald halten.
Laub, Äste, Moose, Farne, Wurzeln, Baumrinden und weißfaules Holz sollten die Einrichtung bestimmen. Auf eine Wasserschale kann verzichtet werden da die Füßer Feuchtigkeit aus der Nahrung ziehen und Tropfen vom sprühen aufnehmen.
Als Bepflanzung eignen sich Moose, Farne, Efeutute, Bromelien.
Diese sollten aber möglichst mit Topf eingepflanzt werden, da die Füßer gern die Wurzeln anfressen und die Pflanze somit zerstören.

Die Beleuchtung

Tausendfüßer sind äußerst Lichtscheu und Nachtaktiv.
Obwohl sie aus den Tropen stammen, bevorzugen sie die dunklen, kühleren und feuchten Orte.
Eine optimale Temperatur ist um die 20-25°C, also reicht Zimmertemperatur völlig aus und wenn genug Tageslicht das Terrarium erreicht, benötigt man keinerlei Beleuchtung. Ein Tag/Nacht Rhythmus sollte aber auf jeden Fall gegeben sein.

Die Nahrung

Tausendfüßer kompostieren, sie zersetzen also alles was man anbietet. Dazu benötigen sie nicht nur das schon beschriebene Bodensubstrat sondern auch Laub, weißfaules Holz, Flechten, alle Arten von Obst und Gemüse wie auch Pilze und Fisch/Hundefutter zur Proteinversorgung.

Das Abwehrsekret

Jeder Tausendfüßer kann ein Schleimhautreizendes Wehrsekret absondern. Darum die Tiere bitte immer für Kinder unzugänglich aufbewahren!